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Frohe Ostern!
Seit Monaten ist dieser Blog verwaist und mancher wird...
Lakeside - 4. Apr, 18:00
Willkommen 2015!
Das alte Jahr ist Schnee von gestern ;-)! Das neue...
Lakeside - 1. Jan, 13:58
Perlen aus dem Buchhändleralltag...
Der Geist der Weihnacht - nun darf er endlich auch...
Lakeside - 24. Dez, 15:12
Perlen aus dem Buchhändleralltag...
Nun ist es ja schon fast geschafft! Nur noch 2 1/2...
Lakeside - 21. Dez, 11:56
Perlen aus dem Buchhändleralltag...
Der Advent ist da und damit die schönste Zeit...
Lakeside - 30. Nov, 18:23

Perlen aus dem Buchhändleralltag

Samstag, 4. April 2015

Frohe Ostern!

Seit Monaten ist dieser Blog verwaist und mancher wird vielleicht schon meine Buchhändlerperlen vermissen.
Natürlich gibt es immer noch viele lustige und skurrile Begegnungen mit unseren Kunden, manchmal durchaus auch unerfreuliche. Aber alles hat seine Zeit...
Die Sache ist die, dass mir in den letzten Wochen tatsächlich manchmal das Lachen im Halse stecken geblieben und die Motivation, meine Erlebnisse zu teilen, aus verschiedenen Gründen sehr geschrumpft ist. Deshalb nehme ich heute Abschied von den "Perlen aus dem Buchhändleralltag", nicht ohne euch noch mit einer letzten (von heute) zu beglücken:

Eine ältere Dame kauft bei mir zwei Bücher und möchte beide als Geschenk verpackt haben. Als ich anfange, die Preisetiketten abzupiddeln, meint sie ganz indigniert:
"Was machen Sie denn da?!"
"Ich mache die Preise ab; Sie möchten die Bücher doch als Geschenk verpackt haben."
"Die lassen Sie mal schön dran - die sollen ruhig sehen, was das gekostet hat!"
Jedem Tierchen sein Pläsierchen :)!

Ich danke euch treuen Lesern ganz herzlich für eure immer wieder netten Kommentare (seit November 2008!) und wünsche euch weiterhin viel Spaß mit euren BuchhändlerInnen!
Ob ich diesen Blog in anderer Form weiterführe, habe ich noch nicht entschieden.

Ostern 2015

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Perlen aus dem Buchhändleralltag 126

Der Geist der Weihnacht - nun darf er endlich auch bei mir wehen!
Mit den letzten Perlen für dieses Jahr wünsche ich Euch allen frohe und gesegnete Weihnachten und allen, die an den Feiertagen arbeiten müssen eine möglichst stressfreie Zeit!


Eine Kundin steht vor unserer Frontalpräsentation des Literaturnobelpreisträgers Patrick Modiano. Auf den Büchern klebt jeweils ein Aufkleber "Literaturnobelpreis". Die Kundin stellt staunend fest "Boah, der hat aber oft den Nobelpreis bekommen!"

Kuriose Kundenanfragen:
- Ich habe da in ihrem Katalog auf Seite 123 ein Buch gesehen. Haben Sie das da?

- Ich suche "Hemmopathie" von Grafe und Unsinn

- Ein Merianheft mit allen Sehenswürdigkeiten der USA

- Ich suche einen Krimi, der heißt "In einem tiefen Loch im dunklen Wald"
Tatsächlich heißt er "Tief im Wald und unter der Erde" von Andreas Winkelmann

Ganz großartig fand ich folgendes Kundengespräch:
Eine Kundin sucht einen Kalender von Mallorca. Ich biete ihr an, mehrere zur Auswahl zu bestellen und zeige sie ihr im PC, u.a. einen von Dumont
- Sind die Bilder da gemalt?
- Gemalt? Nein, das ist ein Fotokalender. Ich zeige Ihnen gern mal die Innenansichten.
- Also nicht gemalt?
- Äh, nein.
- Ich dachte, der Dumont, der malt nur.

Und nun der Satz des Tages:
Eine Dame fragt, ob man ihr das Buch auch als Geschenk verpacken könne.
- Natürlich, schauen Sie, da vorn ist die Kasse und die Kollegin packt es Ihnen auch gerne ein.
-Aber da muss ich mich ja anstellen!!!

Möge das Christkind mit Euch sein!

frohe-weihnachten-0051.jpg von 123gif.de

Sonntag, 21. Dezember 2014

Perlen aus dem Buchhändleralltag 125

Nun ist es ja schon fast geschafft! Nur noch 2 1/2 Arbeitstage trennen uns vom Tag x, an dem wir um 14 Uhr die letzten Kunden aus dem Laden scheuchen. Und erfahrungsgemäß wird es auch genauso kommen, denn es gibt immer Mitmenschen, die mit einigem Unverständnis darauf reagieren, dass auch die Buchhändler irgendwann Weihnachten feiern wollen. Bis dahin aber bemühen wir uns, auch die merkwürdigsten Kundenanfragen freundlich und kompetent zu beantworten, selbst wenn die Nerven allmählich bloß liegen.
Hier mal wieder eine kleine Auswahl:

- Ich suche einen Kletterführer.
- Ja, und für wo genau?
- In den Bergen!

- Ich hätte gern ein Buch von Wolfgang Hohlbein, das heißt "Fantasy".

- Ich brauche ein Buch mit Gebeten zum Warzenwegbeten.
- Ich habe hier was mit Heilgebeten.
- Ja, aber kommen da auch Warzen drin vor?

- Haben Sie ein Krebsbuch von GU?
- Da gibt es sicher einiges, z.B. hier das Anti-Krebs-Buch oder Ernährung bei Krebs.
- ??? Äh, haben sie nicht so was mit Pfannkuchen???


- Ein Buch mit Fantasiereisen!
- Oh, tut mir leid, da haben wir gerade nichts am Lager. Kann ich Ihnen für morgen was bestellen?
- Na Sie sind ja gut! Ich dachte, da geht man in den Fachhandel...

Eine Kundin fragt nach Literatur zum Bogenschießen

- Hier im Laden haben wir da aktuell nichts vorrätig, kann ich Ihnen etwas bestellen?
Kundin dreht sich empört zu ihrem Mann um:
- Hast du das gehört?! Die haben nicht nix, die haben gar nix!!!

Eine Kundin sucht ein Buch für ihr Schwägerin, die gut geschulte Buchhändlerin versucht natürlich genaueres zu erfahren:
- Wissen Sie vielleicht, was Sie schon gelesen und was ihr besonders gut gefallen hat?
- Woher soll ich das denn wissen, Sie sind doch die Fachfrau!

Eine Kundin steht vor der Cafétheke und schaut auf die große Tafel mit den Angeboten. Oben steht ganz groß "Selbstbedienung".
Die Dame sieht die hypermoderne hochkomplizierte Kaffeemaschine hinter der Theke und fragt die Café-Kollegin unsicher:

- Muss ich mir den Kaffee da selber machen?

Auch ganz reizend: Eine Kundin bringt ihre Kaffeetasse zurück mit den Worten:

- Passen Sie auf, ich hab da meinen Kaugummi auf den Teller geklebt.
Ein paar Tage später übrigens gleich noch mal!

Gestern ausgepackt: Die Fotsetzung von "Ho'oponopono" (in unseren Kreisen auch Oh Porno Porno) heißt "Kukulu Kumutiana". Ich freue mich schon auf die ersten Kundenanfragen ;-).

-Ich hätte gern das Buch, in dessen Titel Chaoten und Soziopathen vorkommen.
Der Originaltitel lautet: "Wenn die Sache schief geht. Untertitel: Wie Egoisten, Hohlköpfe und Psychopathen uns um die Zukunft bringen".

- Kennen Sie sich hier aus? Ich suche Siegfried Lenz. Muss ich da unter L suchen?
Mal abgesehen davon, dass sie direkt vor einer Frontalpräsentation seiner Werke inklusive großem Plakat stehen: Ja Lenz findet man im Alphabet unter L!

4-advent

Einen schönen 4. Advent an alle und den im Weihnachtsgeschäft arbeitenden KollegInnen noch gute Nerven!

Sonntag, 30. November 2014

Perlen aus dem Buchhändleralltag 124

Der Advent ist da und damit die schönste Zeit für uns Buchhändler, sieht man mal von den unzähligen Überstunden, den wehen Füßen und der chronischen Übermüdung ab. Das Weihnachtsgeschäft ist ja auch immer die beste Fundgrube für kuriose Kundenerlebnisse, auch wenn leider oft die Zeit fehlt, alles zeitnah aufzuschreiben.
Hier daher nur eine kleine Auswahl der lustigsten Anfragen und Dialoge aus den letzten Tagen:

"Haben Sie Ersatzliteratur zu 'Emilia Galotti'?"

"Ich suche das neue Buch von der toten Hose."

"Haben Sie noch Kalender vom letzten Jahr?"
"Äh, wie jetzt, von 2013???"
"Ja genau."
"Leider nein!"
"Ach schade, ich dachte, Sie hätten da noch ein Lager."
Vielleicht hätte ich die Dame mal zu mir einladen sollen; als bekennender Kalender-Junkie habe ich noch die Wandkalender der letzten 20 Jahr unter meinem Bett liegen.


"Ich suche die Autobiographie von xy"
Die Kollegin schaut im PC nach, findet aber nichts unter diesem Namen.
Antwort des Kunden:
"Ja klar, die hat er doch nicht selbst geschrieben!"

Eine junge Frau stürzt zur Tür rein:
"Ich habe gerade einen Radiowecker gekauft, aber nicht bei Ihnen (zeigt mir ihre Woolw*-Tüte). Können Sie mir den trotzdem als Geschenk einpacken?"
Ich stelle ihr Papier und Tesa zur Verfügung, denn irgendwo stößt auch meine Servicebereitschaft an ihre Grenzen.


"Ich habe da gerade auf der Bestsellerwand ein Buch gesehen. Können Sie mir sagen, ob es das auch als E-Book gibt?"
"Gern, wenn Sie mir sagen, wie der Titel ist."
"Äh, das weiß ich jetzt nicht mehr."
"Und wie soll ich Ihnen dann sagen, ob es das als E-Book gibt?"
"Mh, keine Ahnung."

Eine Minute nach Ladenöffnung steht eine Kundin vor mir und fragt mit weinerlicher Stimme nach einem Rätselblock. "Die hatten Sie doch sonst immer draußen..."
Ja klar, und wir lassen unsere Tische jetzt auch nachts immer draußen stehen, damit die Kunden die Bücher leichter finden.

Ein Kunde möchte nachmittags um 15.30 Uhr ein Buch abholen, das aber noch nicht da ist. Auf meine Nachfrage, wann er es bestellt habe, gibt er zur Antwort:
"Heute um 5.30 Uhr".
"Na ja, dann kann es ja noch nicht da sein, das kommt erst morgen früh."
"Wieso auf der Webseite stand aber 'Wenn Sie bis... Uhr bestellen, wird es heute geliefert."
"Das können sie aber nicht auf unserer HP gelesen haben, da steht so was nämlich nicht."
"Doch, das stand da!"
"Waren Sie vielleicht auf der Homepage von a*...."
"Ja kann schon sein."
"Aber auch dann kann das Buch nicht am gleichen Tag bei Ihnen sein, wenn Sie es morgens früh bestellen."
"Doch, das stand aber da."
"Okay, das kann ich mir zwar nicht vorstellen, aber bei uns kommt das Buch jedenfalls nicht am gleichen Tag, sondern erst am nächsten."
"So ein Mist!"... und rauscht davon

"Ich hätte gern die Formelsammlung von ISBN."
"??? Wissen Sie vielleicht auch den Titel?"
"Ne, ich weiß nur, dass die von ISBN ist."
"Also ISBN ist die Buchbestellnummer, kein Verlag."
"Unser Lehrer hat aber gesagt, dass es die von ISBN sein muss."
Na, so ein Pech aber auch!

Das war's für heute! Fortsetzung folgt bestimmt ....
Ich wünsche allen einen schönen, stressfreien Advent! Und wie immer um diese Jahreszeit: Seid nett zu euren Buchhändlern, denn die haben es gerade nicht leicht ;-)!

Montag, 27. Oktober 2014

Perlen aus dem Buchhändleralltag 123

Im letzten Eintrag habe ich noch von den positiven Erlebnissen in der Reha berichtet; nun hat mich der Alltag bereits wieder mit aller Macht - und mehr als mir gut tut - im Griff. Leider komme ich deshalb nur noch sehr sporadisch zum Bloggen, weshalb es heute wieder ein ganzes Sammelsurium von kuriosen Kundenerlebnissen gibt.

Mein Chef z.B. suchte kürzlich längere Zeit verzweifelt im PC nach einem Titel namens Periodenband 120 und fand nichts, bis der Kunde irgendwann meinte, das könne doch gar nicht sein, er habe die Bände davor doch schon alle und das sei doch eine ganz berühmte Science-Fiction Reihe.

Ein Kunde wollte von mir einen Reiseführer über Persien, "aber was kleines, Marco Polo oder so..." Ich erklärte ihm, dass die Auswahl da nicht so besonders groß sei, woraufhin er meinte, das könne doch gar nicht sein bei einem so großen Land wie Persien. Ich recherchiere also und schlage ihm vor, zwei Reiseführer zur Ansicht zu bestellen. Darauf er "Vielleicht schauen Sie noch mal unter Iran nach!" Ach so, da wäre ich ja nie drauf gekommen!

Sehr lustig war der ungläubige Gesichtsausdruck einer Dame, die Samstags am 16.15 eine CD bei mir bestellte: "Ach die kommt dann erst am Montag?!"

Weitere ganz reizende Kundenanfragen:
- eine Karte von Penopolos
- ein Bilderbuch, aber bitte Hardcore
- 'Das Mädchen auf der Treppe' von einem Herrn Schlichting (-> 'Die Frau auf der Treppe' von Bernhard Schlink)
- 'Parasitenbekämpfung auf energetischer Ebene' ( -> sorry, das gehört für mich in die Kategorie Bücher, die die Welt nicht braucht)
- ein Buch von diesem Bestseller Patrick Mondieu (-> gemeint ist hier der Nobelpreisträger Patrick Modiano)

Und wenn ein Abiturient das Buch 'To kill a monkey bird' haben möchte, sollte er vermutlich noch sehr viel tun, bevor er in Bayern in die Abiprüfung geht.

Sicher habe ich jetzt schon wieder einiges vergessen, aber der nächste Blogbeitrag kommt bestimmt irgendwann;-).

Samstag, 2. August 2014

Perlen aus dem Buchhändleralltag 122

Bevor ich mich für die nächsten sechs Wochen aus dem Laden verabschiede, möchte ich schnell noch ein paar Schmankerl zum besten geben:

Fangen wir an mit der überaus präzisen Frage "Wo haben Sie denn die neuen Bücher, die möchte ich gerne lesen?".
Oder: "Als ich am Montag da war, habe ich ein Buch auf den Sessel gelegt und jetzt ist es nicht mehr da!"

Wo wir gerade bei neuen Büchern sind: Kürzlich hat mich eine ziemlich penetrante Dame fast an den Rand der Verzweiflung gebracht. Ich hörte Sie schon von weitem mit unserer Cafe-Mitarbeiterin diskutieren. Als ich sie dann fragte, ob ich behilflich sein könnte, kam ein ganzer Sermon: "Haben Sie denn gar kein neuen Bücher hier, ist das bei Ihnen nicht alphabetisch sortiert, lesen die Leute denn keine Bücher mehr?!" Doch, doch und doch! Was sie denn lesen wolle? Einen Krimi, aber da hätten wir ja gar nichts da. Ich habe sie dann quasi an der Hand genommen und zu unserer Neuerscheinungswand geschleift; außerdem zu den 5 Krimiregalen, die selbstverständlich alphabetisch sortiert sind. Reaktion: "Ja, aber da kenne ich ja keinen von." Ob ich ihr was empfehlen solle? "Nein, ich lese keine Autoren, die ich nicht kenne, da fällt man so oft rein." Das war dann einer der seltenen Fälle, wo mir gar nichts mehr einfiel und ich die Kundin meckernd von dannen ziehen lassen musste, wobei ich den Dialog jetzt sehr verkürzt wiedergegeben habe ,-).

Ein akustisches Highlight war die Frage nach dem Buch "Froschkuss". Minutenlanges Suchen ergab kein Ergebnis, bis die junge Frau dann meinte, von der Autorin gäbe es auch noch "Froschtnacht" und "Froschtglut". Ja mei, die Allgäuer halt ,-)! Sehr witzig fand ich allerdings, dass meine Kollegin, die aus der Gegend hier stammt, dem selben Verhörer aufgesessen ist.

Am allerallertollsten war aber die Frage einer Kundin nach dem Buch "1985" von Orson Welles. Ganz ehrlich, im ersten Moment habe ich gedacht, die will mich vergackeiern! Aber nein, sie meinte das ganz ernst, ihre Tochter habe ihr das so aufgetragen; die brauche das für die Schule. Nun leider könnte ich ihr das nicht bestellen, sondern musste auf einen ähnlichen Titel ausweichen. Unsere Auszubildene meinte dann ganz cool: "Kennst du das etwa nicht, das ist doch die Fortsetzung."

In diesem Sinne: Fortsetzung folgt! Ich wünsche euch noch einen schönen restlichen Sommer mit vielen guten Büchern oder einem gut gefüllte E-Reader ;-)!

Freitag, 11. Juli 2014

Perlen aus dem Buchhändleralltag 121

Heute wieder ein paar kleine Erlebnisse aus den letzten Tagen:

Ein Ehepaar mittleren Alters steht vor dem Reiseführerregal. Ich frage, ob ich helfen kann: Ja, man suche einen Reiseführer für Malta. Ich zeige ihnen fünf verschiedene, die wir am Lager haben. Darauf sie stirnrunzelnd zu ihm: "Ach, Malta steht hier bei Kroatien!" Ich erkläre kurz, dass die Reiseführer alphabetisch nach Ländern sortiert sind und in diesem Fall Malta eben zwischen Kroatien und Montenegro steht. Da spricht mich eine andere Kundin an und ich trete einen Schritt zur Seite. Mit einem Ohr höre ich, wie sich die beiden weiterhin über die Sortierung mokieren. Eine Dame, die auch gerade am Regal steht, versucht es noch mal: "Schaun Sie, das ist doch ganz einfach, hier ist Griechenland, Großbritannien, Italien, dann kommt Kroatien und dann Malta, Montenegro, Niederlande." Aber auch sie hat keinen Erfolg. Mit den Worten "Man kann doch Malta nicht bei Kroatien einsortieren, und da haben sie ja auch nix richtiges.", ziehen sie von dannen. Die hilfsbereite Dame und ich grinsen uns nur an und ich denke (mal wieder): Herr wirf' Hirn vom Himmel (- oder vielleicht wenigstens einen Reiseführer von Luxemburg?)!

Ebenfalls in der Reiseabteilung suchte gestern eine Dame einen Reiseleiter für Kanada. Da drängten sich mir spontan ganz merkwürdige Bilder von Holzfällerhemden und einsamen Hütten tief im Wald auf ,-).

Eine vielsagende Titel-Verballhornung gab es ebenfalls gestern: Statt "Ich bleib so scheiße, wie ich bin", was an sich ja schon eine interessante Formulierung ist, wollte die Kundin das Buch "Sei so scheiße, wie ich bin." Das wäre doch ein gefundenes Fressen für einen Psychiater, oder?

Lest munter weiter!

Samstag, 28. Juni 2014

Perlen aus dem Buchhändleralltag 120

Von Zeit zu Zeit muss ich mich hier laut über das merkwürdige Verhalten mancher Zeitgenossen wundern, deren Verhalten auf mindestens mangelnde Sozialkompetenz schließen lässt. Keine Kinderstube? Einfach Dreistigkeit? Egal, manchmal möchte ich mich einfach umdrehen und weg gehen, denn offen sagen, was ich denke, darf ich ja nicht.

Einfaches Beispiel: die Unsitte, mitten im Gespräch mit der Buchhändlerin einen Handyanruf anzunehmen. Klar kann es auch ganz witzig und informativ sein, etwas aus dem Privatleben der Kunden zu erfahren, etwa wer abends zum Essen kommt oder ob der Schwiegervater sich erholt hat. Wenn's aber ans Eingemachte geht, z.B. komplette Krankengeschichten oder (wie gestern) nicht durchgegangene Überweisungen bzw. überfällige Rechnungen detailliert erörtert werden, dann frage ich mich wirklich: Will ich das hören? Nein! Und vor allem will ich nicht einfach blöd rumstehen und warten, bis mein Kunde geruht, das Gespräch zu beenden, wenn ich eigentlich wichtigeres zu tun hätte.
Ebenfalls gestern breitete eine Kundin mitten im Laden auf dem Boden eine Landkarte aus (auch etwas, das gerne mal vorkommt) und brütete ungefähr eine halbe Stunde lang darüber. Nicht nur die Buchhändlerin auch andere Kunden mussten immer wieder drum herum gehen. Auf meinen freundlichen Hinweis, dass wir auch Tische zum Ausbreiten der Karten haben, kam die kurze Antwort "Nö, passt schon!" Schön, aber möchte jemand anderes eine Karte kaufen, die auf dem Boden gelegen hat, auf dem man normalerweise nicht auf Socken sondern in Straßenschuhen läuft?
Nächstes Beispiel, diesmal von vorgestern: Eine Dame setzt sich mit einem Stapel Bücher ins Café, nimmt ein Notizbuch und einen Stift aus der Tasche und beginnt abzuschreiben, ganze zwei Stunden lang. Am Ende bleiben die Bücher liegen, selbstverständlich alle mit deutlichen Lesespuren.
An die Frage "Können sie mir mal eben was aus dem Buch kopieren?" habe ich mich dagegen inzwischen ja schon fast gewöhnt...
Sich auf die Bücher auf der Rampe zu setzen, weil der nächste Sessel zwei Meter entfernt und der Weg dorthin eindeutig zu weit ist, ist auch so eine Unsitte.

Ach, ich glaube, ich stelle den Schimpfmodus jetzt einfach mal wieder ab; schließlich ist der Samstag ja bald rum und damit auch hier endlich Wochenende!

Jetzt kommen zur Versöhnung noch ein paar nette Titelanfragen der letzten Woche:
"Man ist, was man isst" (= "Unsere Nahrung unser Schicksal" von Max.O. Bruker)
"Traumfrau mit Lackschuhen" (= "Traumfrau mit Lackschäden" von Amelie Fried)
"Das Schicksal des miesen Verräters" (= "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" von John Greene)

Bis bald in Eurer Buchhandlung!

Freitag, 6. Juni 2014

Perlen aus dem Buchhändleralltag 119

Oh je, die Pause zwischen den Perlen ist mal wieder arg lang. Nicht, dass es keine erwähnenswerten Erlebnisse zu posten gäbe; aber manchmal fehlt mir einfach die Zeit zum aufschreiben, und so geht manches leider verloren.
Heute jedenfalls gibt es mal wieder zwei kleine Anekdoten aus der Reiseabteilung:

Ein Ehepaar steht suchend bei den Landkarten. Auf mein Hilfsangebot kommt die Angabe, man suche eine Karte von Norditalien. Norditalien ist groß, ein bestimmtes Gebiet? Ja, Nizza!
Argh!!!

Und jetzt der Burner:
Ein Kunde möchte einen Reiseführer von Thailand, möglichst billig und knapp, aber alles soll drin sein. Ich zeige ihm, was wir am Lager haben, aber er ist noch nicht zufrieden, weil er ja eigentlich gar kein Geld dafür ausgeben möchte und überall zu viel drin steht, denn - und jetzt kommt das Originalzitat: "Dat Jeile zeigen uns die Einheimischen ja dann vor Ort!"
Dazu konnte ich dann echt nichts mehr sagen ;-)!

Mittwoch, 14. Mai 2014

Perlen aus dem Buchhändleralltag 118

Himmel, die Eisheiligen haben es dieses Jahr aber in sich! Sturm, Sturzregen, ekelhafte Kälte und gestern dann noch das hier

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Nun, morgen kommt noch die Kalte Sophie, dann haben wir es hoffentlich hinter uns!
Einstweilen gibt es hier ein bißchen was zum Schmunzeln:

Eine nicht sonderlich freundliche Dame fragt nach einer Empfehlung. Auf meine Rückfrage, was sie denn gerne lese, kommt die kurzangebundene Antwort: "Krimis, aber nicht bei Regenwetter! - und nichts Schweinisches".

Ein Herr in der Reiseabteilung kramt umständlich einen Zettel aus der Hosentasche und meint dann, er brauche einen Reiseführer für die Demokratische Republik. Die Kollegin und ich schauen uns zweifelnd an. "Kongo?" frage ich. Er guckt nur. "Demokratische Republik Kongo?" frage ich noch mal. Er schaut auf den Zettel und entziffert "Demokratische Republik". "Oh, das wird vermutlich schwierig.", sage ich. Er antwortet: "Äh". Ich: "Afrika?" Er: "Äh, weiß nicht." Die Kollegin und ich schauen uns noch mal an und dann fällt bei beiden gleichzeitig der Groschen: "Kann es sein, dass sie die Dominikanische Republik meinen?" Er guckt noch mal auf den Zettel und sieh an, jetzt heißt es tatsächlich "Dominikanische Republik". Manchmal stehen halt auch Buchhändlerinnen etwas auf der Leitung. Allerdings finde ich, wenn man schon eine Fernreise macht, sollte man doch wenigstens annähernd wissen, in welche Weltregion man fliegt.

Weitere nette Suchanfragen:
Ein junger Mann möchte das Buch "Juzifer". "Luzifer?" "Nein, Juzifer!" Es dauert ungefähr zehn Minuten, bis ich raus habe, dass er die Justifiers-Reihe von Markus Heitz meint.
Etwas länger brauche ich, bis ich eine Dame davon überzeugt habe, dass nicht Niels Wolf der Autor der "Gespräche mit Gott" ist sondern Neale Walsch. Nein, sie ist sich ganz sicher, es müsse auch noch ein anderes Gespräch mit Gott von einem Niels Wolf geben.

Sehr amüsant fand ich auch die Frage, wo denn die Bücher von Jan Adult stünden. Da habe ich ausnahmsweise mal nicht auf dem Schlauch gestanden, sondern konnte die junge Dame gleich an die richtige Stelle schicken.

Das war's für heute! Ich wünsche allen noch ein paar schöne sonnige Maitage!

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